Vorsicht heiße Felgen!

      Vorsicht heiße Felgen!

      Mir ist gestern ein unangenehmes Missgeschick passiert: auf einer Abfahrt ist mir mit lautem Knall der Schlauch am Hinterrad geplatzt. Der offensichtliche Grund war eine heißgebremste Felge (20''). Sie war richtig heiß. Später habe ich gesehen, dass offenbar zunächst ein Teil des Mantels weggeschmolzen war, sodass dann schließlich auch der Schlauch Kontakt mit der Felge bekam. Mantel und Schlauch wiesen jeweils eine mehrere Zentimeter lange Beschädigung auf.

      Das Thema Heißbremsen hatte ich bisher nicht im Blick; vor allem wird es in Rennradforen diskutiert, wo es offenbar bei langen Abfahrten von Alpenpässen vorkommt. Aber man wird wohl in Rechnung stellen müssen, dass kleinere Felgen beim Bremsen tendenziell schneller heiß werden.

      Ich habe mich ein wenig beraten lassen und stelle fest, dass ich beim Bremsen so ziemlich alles falsch gemacht habe, was man falsch machen kann, nämlich:

      - immer abwechselnd vorne und hinten gebremst,
      - und das ständig, ohne Unterbrechung,
      - um so eine möglichst konstante Geschwindigkeit bei der Abfahrt zu halten

      Richtig wäre gewesen:

      - beide Bremsen gleichzeitig betätigen,
      - dabei stark herunterbremsen,
      - anschließend wieder Fahrt aufnehmen lassen, sodass die Felge etwas kühlen kann.

      Darüberhinaus werde ich in Zukunft gelegentlich mal anhalten und die Temperatur der Felgen prüfen.

      Ich hatte wohl noch Glück, dass das Hinterrad betroffen war. Ein Reifenplatzer am Vorderrad bei einer schnellen Abfahrt kann lebensgefährlich sein.

      Ich vermute, dass ich nicht der einzige bin, der sich bisher noch keine Gedanken über richtiges Bremsverhalten gemacht hat, daher dieser Hinweis.

      Bleibt gesund!
      Das ist zur Zeit auch Thema bei den bromptonauten.

      Da gibt es ziemlich am Anfang einen Link mit Versuchen zum Platzen.

      Nach Deiner Schilderung vermute ich, die Bremsklötze waren falsch eingestellt, oder haben sich stark abgenutzt, dadurch schliffen die am Mantel und haben zu der Beschädigung geführt.

      Nur die Überhitzung sollte beim Drahtseilen und sonst korrekter Montage nicht zu so einem Schaden führen.

      Gruß Rene
      Danke RHMz für den Hinweis, aber ein Mantelschaden durch falsch eingestellte Bremsklötze war es definitiv nicht. Den hatte ich früher mal, und seitdem achte ich darauf, dass die Bremsklötze stets exakt auf der Felge sitzen. Der Mantel ist direkt an der Sicke, die innerhalb der Felge liegt, beschädigt.

      Ich fahre z.Zt hinten eine zierliche Felge von HP Velotechnik und vorne eine Velocity Aeroheat. Die Velocity-Felge ist höher gebaut, hat dadurch mehr Abstrahlfläche. Sie ist ebenfalls sehr warm geworden, aber nicht ganz so heiß.

      Eventuell werde ich die Hinterradfelge ersetzen und mir eine Velocity Aeroheat kommen lassen. Gut gefallen mir aber auch die Andoza-Felgen, aber ich konnte leider keine Bezugsquelle finden.
      20"-Felgen verfügen über weniger Masse, die Wärmenergie aufnehmen kann. Dazu ist die Tragfähigkeit der verfügbaren 20"-Reifen niedriger. Die Reserven sind also geringer als mit 28". Eine 20"-Trekking-Felge hat ungefähr das Gewicht bzw. die Masse einer 28"-Rennrad-Felge, die mit noch höherem Reifendruck gefahren wird. Da nähern wir uns wieder an, zumindest bei gleicher Zuladung.

      Bremsscheiben haben noch weniger Masse und erhitzen sich noch stärker. Aber es versagt nur die Bremse, nicht der Reifen. Man sollte allerdings bedenken, dass Scheibenbremsen das ganze Laufrad, die Speichen, die Nabe, die Bremszange und deren Aufnahme einseitig mit hohem Drehmoment beanspruchen. Je größer das Laufrad, desto länger die Speichen, die Hebelwirkung und die Materialermüdung, die irgendwann Nachzentrieren und schließlich TeileAustausch erfordert.

      Selbst dem Autofahrer wird beigebracht, bergab nicht ständig auf der Bremse zu stehen.